Eine Waldorf-Klasse wandert über die Alpen

Autor: admin (Seite 1 von 2)

12.Etappe

Schnalstal/Südtirol – Meran


Unser 12. Etappenausflug von 

Unser Frau im Schnalstal bis Meran in Südtirol

Der Meraner Höhenweg

Nachdem die Klasse den sprichwörtlichen Höhepunkt ihrer Etappenwanderung im letzten Jahr mit der Überschreitung des Alpenhauptkammes bereits hinter sich gebracht hatte und man bis nach Unser Frau im Schnalstal gekommen war, sollte die diesjährige Tour genau an diesem Ort weitergeführt werden und die Wanderer, zum größten Teil, auf dem Meraner Höhenweg bis in selbige Stadt führen.

Tag 1: Los geht’s!

Huglfing – Bus ins Schnalstal / Südtirol – Karthaus – Untervernatsch

Wir sind bereits um sechs Uhr zur Abfahrt mit dem Bus in Huglfing verabredet, was für viele bedeutet noch zu nachtschlafender Zeit schon die Wärme des Bettes verlassen zu müssen um die letzten Vorbereitungen, wie das Erstellen und Einpacken der Brotzeit, abschließen zu können. Die meisten schaffen es auch pünktlich und so können wir, mit nur kurzer Verspätung, bald die vierstündige Fahrt im komfortablen Bus eines südtiroler Unternehmens antreten. Die Stimmung ist freudig gelöst und wir fahren, begleitet von den Strahlen der Morgensonne, den südlichen Alpen entgegen. Manch einer zieht die Vorhänge zu, um noch etwas Schlaf nachzuholen, während andere Karten spielen oder gemeinsam singen.

Unser Fahrer ist gerade fertig mit seinen, von den Fahrgästen mit erstaunlichem Interesse aufgenommenen, Ausführungen zur Entstehung des Reschensees und einigen Aspekten der Geschichte Tirols, als die Fahrt in Höhe des Haidersees abrupt unterbrochen wird. Eine Unfallstelle, nur wenige hundert Meter vor uns, muss von der Feuerwehr geräumt werden. Wir stehen nahezu zwei Stunden bis wir endlich weiterfahren können. So eine lange Zeit des Stillstands ohne absehbares Ende, zudem bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen, ist für alle eine große Geduldsprobe, die jedoch, mit nur wenig Klagen und Jammern und dank Klimaanlage, von allen gut gemeistert wird.

Zwei Stunden im Zeitplan zurückgeworfen muss Julia, unsere großartige Tour-Planerin und Führerin, einen bereits erdachten Plan B zur Anwendung bringen. So starten wir gegen 13:00 Uhr unsere erste Etappe in Karthaus, dem Sitz des bekannten Karthäuser Mönchsordens. Dies erspart uns auch einige Kilometer, was sich am Ende des Tages für viele als große Erleichterung erweisen wird.

Nachdem sich alle nochmal mit Sonnencreme und Zeckenschutz einbalsamiert haben, die Blasen geleert sind und eine kurze Ansprache gehalten ist, geht es endlich los. Jedoch schon wenige Meter später müssen wir, wegen eines Regenschauers, stoppen. Schutz wird vergeblich gesucht, Regenjacken ausgepackt und angelegt und der Weg bei leichter werdendem Regen fortgesetzt. In leichtem bis mittelstarkem Gefälle geht es für einige Kilometer rechtsseitig am Berg dem Talgrund entgegen. In der Ferne türmen sich dunkle Wolken, die die Sonne jedoch nur ab und an verdeckten. Trotz des schattigen Waldweges wird es zunehmend schwüler und die Regenjacken sind längst wieder verstaut, als wir die Straße im Tal, auf Höhe des Gasthofes Neuratheis (1327m), kreuzen. Noch einige Meter kurzer Aufstieg und es gibt eine erste Brotzeitpause im Wald.

Frisch gestärkt nehmen wir unseren Aufstieg Richtung Katharinaberg in Angriff. Der Weg steigt nun durchaus steil an, verläuft weiterhin größtenteils im Wald, liegt jedoch, vor allem im oberen Teil, weniger geschützt in der Sonne. Müdigkeit, Steilheit des Geländes und Schwüle machen vielen langsam zu schaffen. Die Gruppe beginnt sich auseinander zu ziehen. Einige kraftstotzende ziehen voller Erwartung voran, gefolgt von einem passabel trainierten Mittelfeld, das mit einigem Abstand außerhalb der Sichtweite der im eigenen Saft stehenden Gruppe läuft. Manch einer ist nahe daran aufzugeben, besiegt jedoch seine inneren Widerstände und erreicht so auf vielen Ebenen gestärkt den Brunnen in Katharinaberg. Dieser lädt nicht nur zu kleinen Wasserschlachten ein, sondern auch dazu den Durst mit seinem herrlich frischen Quellwasser zu stillen, Wasserflaschen und Kameltaschen zu füllen und sich abzukühlen.

Wenn man seinen Blick nach oben wendet kann man nicht nur einen Blick auf das Etappenziel, den Untervernatschhof, werfen, sondern auch die dunklen Wolkentürme beobachten, die am Himmel stehen und zu einem baldigen Aufbruch mahnen. Da eine kleine Gruppe noch auf dem Weg ist, teilt man sich auf. Ein weiterer Begleiter bleibt zurück, um mit den Nachzüglern gemeinsam auf den Weg zu unserem Ziel abzubiegen.

Die letzte Teiletappe dieses Tages ist nicht mehr ganz so steil, erstreckt sich jedoch noch über drei lange Kilometer. Glücklicherweise ist die Sonne zunehmend von Wolken verdeckt, ohne dass es schon richtig zu regnen begonnen hat.

Der Untervernatschhof und sein Wirt sind eine Schau. Erstmalig schriftlich erwähnt wurde der Hof im Jahre 1248. Dunkel, urig und verwinkelt erzählt das alte Holzhaus vom Leben in einer anderen Zeit. Das Wetter bereitet dem Wirt sorgen. Da wir nicht die einzigen Gäste sind und nicht alle Platz in der Stube haben, soll unsere Gruppe auf der Terrasse essen. Immer wieder blickt er besorgt zum Himmel und sagt: „Jetzt hilft nur noch beten!“ Bei der Zubereitung des Essens und der Vorbereitung ist die ganze Familie im Einsatz. Mutter und Oma kochen, während die beiden Töchter 9 und 11 Jahre alt, mit Begeisterung den Vater tatkräftig beim Zimmer Zuweisen, Handtücher Austeilen, Eindecken und Servieren unterstützen. Alles Beten hilft nicht, es beginnt zu regnen. Ein ordentliches Berggewitter tobt sich in unserer Nähe aus, weshalb alle sofort aus den Duschen müssen. Nachdem wir in Schichten gegessen haben, hält die Bettschwere Einzug. In den Zimmern werden noch einige Seiten aus „Der Herr der Diebe vorgelesen“ und nicht nur den Kindern klappen dabei die Augendeckel zu.

Tag 2: Meranerhöhenweg

Untervernatschhof – Hofschank Pirchhof

Gefühlt nach viel zu wenig Schlaf heißt es um 6:30 Uhr schon wieder „Aufstehen!“ Um 7:00 ist die erste Schicht mit Frühstück dran, während die zweite noch bis 7:30 ihre Rucksäcke packt. Um 7:45 sind schließlich alle abmarschbereit. Der Wirt macht noch einige schöne Fotos von uns und wir starteten auf unsere zweite Tagesetappe. Insgesamt etwa 15 km liegen vor uns. Bis zur Mittagspause soll die erste Hälfte des Weges etwa 300 Höhenmeter mäßig steil auf und ab gehen. Ein kurzer Morgenkreis zur Besprechung und los geht‘s. Der Weg folgt für kurze Zeit einer kleinen Bergstraße auf Teer. An ihrem Ende, mit dem stärker Werden der Sonne, erfolgt der Auftrag von mehr Sonnencreme und Zeckenschutzmittel. Danach biegen wir wieder ein auf den Wanderweg mit der Nummer 24, den Meraner Höhenweg. Dieser führt uns Wanderer über Weiden und durch Wälder, auf Waldboden und über Steintreppen vorbei an steilen Bergwiesen, deren Bewirtschaftung dem Laien ein Rätsel bleibt, vorbei an alten Höfen, Kapellen und Stadeln, die meist noch traditionell mit Holzschindeln und Steinen gedeckt sind. Ab und zu überqueren wir kleine Bachläufe, die im steilen Gelände abfallen. Das Sonnenlicht fällt sanft durch die Nadelbäume, es duftet nach Harz und Wald. Selbstverständlich werden immer wieder Pausen gemacht. Häufig nur kurz um auf die Hinteren zu warten, einen Schluck leckeres Quellwasser zu trinken und Flaschen aufzufüllen aber auch eine längere um eine Kleinigkeit zu essen, neue Kraft zu schöpfen und einem Kurzvortrag, den Hannah und Hanna über die Museen von Reinhold Messner vorbereitet haben, zu lauschen. Die Sonne steigt höher und es wird heißer. Trinken und Schmieren sind unerlässlich.

Schließlich erreichen wir unser Halbzeitziel für diesen Tag, den Hofschank Pirchhof, auf 1445 Metern. 300 Höhenmeter liegen hinter uns und wir werden erwartet von kühler Hollerschorle und leckeren Nudeln mit Tomatensauce. Schnell verschwindet alles in hungrigen Mägen und man kann sich einen Moment im Schatten zurücklehnen. Erste Blasenpflaster und Kinesiotapes werden angebracht, bevor es heißt: Schuhe anziehen, Flaschen auffüllen und Rucksäcke auf.

Wir gehen weiter auf dem Alta Via di Merano. Zu unserer Linken erheben sich die 3000m hohen Gipfel der Texelgruppe, rechterhand haben wir eine wunderbare Aussicht über das Tal und die umliegenden Berge. Hinein geht es wieder in den Wald. Der Weg wird zunehmend steiniger und fällt bald steil und treppenartig ab. Der Beginn des Tales der tausend Stufen liegt vor uns. Dieses stellt sich als einer der herausforderndsten Abschnitte der ganzen Tour heraus. Mehrfach folgen steile Auf- und Abstiege in felsigem Gelände aufeinander. Auch tiefe, enge Täler werden auf hohen Hängebrücken, die beim Überqueren atemberaubend zu schaukeln beginnen, überschritten. Die weiterhin stark gedehnte Gruppe trifft sich wieder bei einem Wasserfall um dort zu pausieren und sich zu erfrischen. Eine ganze Herde neugieriger Bergziegen freundet sich mit der Klasse an und begleitet sie über eine lange Strecke. Die Aufteilung der Gruppe bleibt bestehen: Vorneweg die Ungeduldigen, kaum zu bremsen, ein flottes Mittelfeld und im hinteren Teil die weniger Geübten, denen wirklich große Anerkennung ausgesprochen werden darf, dafür, dass sie alle Widerstände überwunden haben und drangeblieben sind, ja sogar im Verlauf der gesamten Tour immer schneller den Anschluss finden konnten. Irgendwann endet der letzte Anstieg und es geht durch weniger steiles Terrain, jedoch weiter auf und ab. Die Vegetation wird lichter und man erkennt einen Hof, der darauf hoffen lässt, dass das Tagesziel erreicht ist. Doch gefehlt. Der Weg führt jetzt auf einer sonnenerhitzten Teerstraße bergab bis er schließlich in einer Kehre wieder im Wald verschwindet. Eine Bank lädt zum Pausieren ein und die hintere Gruppe sammelt sich ein letztes Mal. Das Schild verkündet: Giggelberg – 30min. Das hört sich gut an! Beim folgenden erneuten eher starken Anstieg beginnt man jedoch zu zweifeln ob dieser Tag jemals enden wird. Schließlich biegen wir aus dem Wald um eine Ecke und hören schon die ausgelassenen Stimmen der restlichen Gruppe, die schon längst eingetroffen ist. Es ist geschafft 14km Wegstrecke bei 860 hm Aufstieg und 800 hm Abstieg liegen hinter uns.

Nachdem die Wirtin uns die Zimmer zugewiesen hat, haben alle Zeit sich zu duschen und frisch einzukleiden, bevor wir uns zum gemeinsamen Abendessen im Gasthof treffen. Gegessen wird à la Carte und besonders beliebt ist bei vielen der Kaiserschmarrn. Nach dem Essen haben wir noch ein wenig Freizeit und können dabei den Sonnuntergang und den Wind genießen, der uns zwischenzeitlich um die Ohren fegt und letztlich auch Regen mit sich bringt. Die Jugendlichen sind quirlig und aufgeregt und machen sich Späße daraus fortzulaufen und sich zu jagen. Ein paar Jungs wollen ihre Matratze auf dem Balkon ausbreiten weil ihnen das Neunbettzimmer zu stickig ist und auch der übermäßige Einsatz von Deodorant eher eine Verschlechterung gebracht hat. Leider ist das keine Option, also müssen Socken und Schuhe vor die Tür und die Fenster bleiben über Nacht geöffnet. Mit einer weiteren Vorleserunde endet der zweite Tag unserer Wanderung.

Tag 3: Giggelberg – HochganghausJugendherberge von Meran

Um 7:30 ist wieder Wecken angesagt. Vor allem die Jungs sind noch reichlich müde und haben etwas Anlaufschwierigkeiten. Mehrere Male müssen sie motiviert werden aufzustehen und zu packen. Scheinbar haben sie den günstigen Moment ohne Aufsicht unter sich zu sein genutzt ums sich bis spät in die Nacht hinein zu unterhalten und sich auszutauschen. Als aber alle beim Frühstück sitzen ist die Müdigkeit verflogen. Wasser wird aufgefüllt und wir treffen uns zu unserer Morgenrunde auf der Terrasse des Gasthofs. Heute soll es eine Neuerung geben. Bisher waren einige Unbremsbare häufig vorausgeeilt, dies auch in Passagen, die mehr Führung bedurft hätten. So sollen heute die Kinder selbst Verantwortung übernehmen und paarweise die Gruppe leiten. Das bedeutet sich selbst zurücknehmen, ein kluges Tempo wählen, dieses zu halten sowie die Bedürfnisse der Anderen im Sinn zu haben. David und Felix sind die ersten und leiten die Gruppe von Giggelberg weg auf dem Wanderweg mit der Nr. 24, dem wir jetzt den zweiten Tag folgen. 

Der Weg geht hinter dem Haus los, steigt gleich ordentlich an und verschwindet bald wieder im Wald. Etwas mehr als einen Kilometer geht es nur bergauf, bis wir wieder abwärtsgeführt werden. Auf einem freien Steinfeld, das wir etwas oberhalb queren, können wir einige süße Murmeltiere bestaunen, die sich dort aufrichten. Noch ein paar Meter weiter und wir kommen zu unserem ersten Rastplatz bei der Nasereithütte. Wir lassen uns auf einigen Felsblöcken nieder, es ist noch schön schattig, und die Sonne hat so früh am Morgen noch nicht ihre ganze Kraft entfaltet. Ein tosender Bergbach fällt hier lautstark ins Tal. Jenseits einer kleinen Abzäunung gibt es weitere Tiere zu bewundern. Ein paar dicke Hasen haben hier ein großes Gehege und sitzen mümmelnd in ihrem Stall. Nach kurzer Rast queren wir den Bach auf einer kleinen Brücke. Für eine Feedbackrunde, für die Führer des ersten Abschnitts, ist es hier zu laut, weshalb wir etwas höher steigen bis wir uns weit genug vom Wildbach entfernt haben. Jetzt haben alle Gelegenheit ihre Meinung zu teilen. Ab hier führen Merle und Siri die Gruppe weiter.

Wieder geht es stetig bergauf. Die meiste Zeit gehen wir im Wald und nur ab und zu queren wir einige Lichtungen. Die Sonne wird zunehmend stärker und es wird wieder schwüler. Nach etwa 2,5 km Aufstieg öffnet sich der Wald auf eine große Lichtung, auf der sich die Tablander Alm befindet. Hier liegen große Felsblöcke die zum Erklimmen einladen, und bis man sich‘s versieht sind einige bereits oben. Es braucht überzeugende und kraftvoll gesprochene Worte bis sich alle vom Rand weit genug entfernt haben, dass es auch den Begleitern sicher genug erscheint. Wir genießen eine ausgiebige Brotzeit in der Sonne und stärken uns für den nächsten Abschnitt. Dieser soll uns zum höchsten Punkt unserer Tagesetappe bringen. Für ca. 3 km folgt ein etwa gleich langer Ab- und Aufstieg, bis wir am Hochganghaus eintreffen. Lecker kaltes Himbeersirup-Wasser stillt unseren Durst und wir bekommen Nudeln mit Tomatensauce bis auch die Hungrigsten satt sind. Nach ausgiebiger Pause gibt es eine Feedbackrunde für Merle und Siri. Danach halten Aleyna und Jule noch ihren Vortrag über Reinhold Messners Expeditionen in die Antarktis und die Wüste Gobi.

Vor uns liegen noch 7 km, die zum Glück fast ausschließlich bergab führen. Ein Segen ist der Wald der hier den müden Wanderern Schatten spendet. Die Schönheit des Meraner Höhenweges ist ungebrochen und zeigt sich vor allem dann, wenn man sich einen Augenblick Zeit nimmt um sie auf sich wirken zu lassen. Nach etwa der Hälfte des verbliebenen Weges legen wir, in der Nähe der Leiteralm, nochmals eine Trinkpause ein. Der Gasthof ist ein beliebtes Ausflugsziel. Heute jedoch hat sie geschlossen, die Alm, und so gibt es weder Eis für die Kinder, noch den erwarteten Gegenverkehr durch Ausflügler. Das kommt uns vor allem auf der letzten Etappe zu Gute. Diese quert einen, nach Südosten ausgerichteten, steilen Hang. Noch zweieinhalb Kilometer leicht an- und absteigendes Gelände, teilweise sehr steinig und uneben gehen wir auf dem Pfad. Man muss auch ohne Gegenverkehr gut aufpassen, dass die müden Beine nicht hängen bleiben. Rechts von uns geht es steil in die Tiefe und die Nachmittagssonne trifft ungebremst auf Fels und Wanderer. Eine letzte Kraftanstrengung und plötzlich stehen wir vor der Aussichtsplattform Hochmuth.

Wer schon früher da ist lässt sich im Schatten der Plattform erschöpft nieder um auf die Nachzügler zu warten. Als alle da sind, wird noch ein Gruppenfoto auf der Plattform gemacht, dann steigen wir die letzten Meter ab, um mit der Seilbahn von Oberhochmuth ins Tal zu schweben. Zwei Fahrten braucht es, bis alle im Tal sind. Ein Kilometer von der Talstation bis zur Bushaltestelle, dann fahren wir von Ort Tirol nach Meran. Ein weiterer Kilometer durch die Stadt und wir erreichen unser Ziel: Die Jugendherberge von Meran.

Nachdem die Zimmer bezogen sind, darf die Klasse in Gruppen, zu mindestens drei Schülern, in die Stadt aufbrechen. Darauf haben sich alle gefreut und die Aufregung ist groß. Ganz ohne Erwachsene eine Fremde Stadt erkunden, das ist aufregend! Leider haben die schicken Läden schon geschlossen, aber einige finden im Supermarkt wenigstens etwas um den Geschmackssinn zu erfreuen. Nachdem die vorgesehene Pizzeria leider nicht geöffnet hat, bringt kurzerhand ein Lieferservice das ersehnte Abendessen, welches wir auf der Terrasse vor der Herberge genießen. 

Jetzt zeigt sich schließlich wie erschöpft viele sind. Das Nervenkostüm ist teilweise sehr dünn geworden und manche machen jetzt auch emotional einiges durch. Schließlich ist es Zeit das Bett aufzusuchen. In den Stuben werden letzte Anweisungen gegeben, bevor auch die Erwachsenen in ihre Zimmer gehen. Laute Stimmen und Türen, die in Schlösser fallen, machen es erforderlich noch mal nach dem Rechten zu schauen. Es ist noch eine andere Schulklasse mit etwas älteren Jugendlichen im Haus, die ebenfalls noch unterwegs sind. Zeigt man sich auf dem Gang, verschwinden alle in Ihren Zimmern, in welchen ist unklar. Ein Blick ins Zimmer der eigenen Schützlinge vermittelt den Anschein, hier sei alles in Ordnung. Schließlich schlafen alle, zumindest die müden Begleiter.

Tag 4: Schloss Juval – Reinhold Messner

Wieder heißt es früh aufstehen, denn heute ist ein ganz besonderer Tag. Wir besuchen Schloss Juval und dürfen uns sogar auf eine Audienz bei Reinhold Messner freuen! Die Kinder haben sich in den letzten Wochen vor der Wanderung ausführlich mit der Biographie von Reinhold Messner befasst und, wie schon geschrieben, in Zweierteams Vorträge zu bestimmten Aspekten seines Lebens ausgearbeitet. Auch wurden Fragen ausformuliert, die wir ihm heute stellen wollen. Vorher jedoch haben die Jugendlichen noch mal Zeit alleine, das heißt in kleinen Gruppen, auszuschwärmen um die Stadt zu erkunden. Einige Jungen lassen sich im Barber Shop schnell noch eine stylische Frisur verpassen, während viele von den Mädchen endlich die Boutiquen nach eleganten Kleidern durchstöbern können. In der Zwischenzeit besorgt ein Dreierteam Begleiter die Brotzeit für den heutigen Tag.

Diese wird hergerichtet, portioniert und auf den Tischen der Terrasse bereitgestellt. Jeder packt sich seine Portion in den Rucksack und wir verlassen, um kurz vor halb elf, die Jugendherberge Richtung Bahnhof. Von dort fahren wir einige Stationen bis wir unterhalb von Schloss Juval aussteigen. Alle erwarten einen eher milden Anstieg heute, aber es stellt sich heraus, dass es auch diesmal ganz schön steil nach oben geht. Wenn man sich’s überlegt ist das für den Wohnsitz von Reinhold Messner auch viel passender. Wieder strahlt die Sonne über uns und Schatten gibt es hier nur wenig. Zum Glück ist das Gepäck heute leicht! Nur gut, dass alle bereits eingecremt sind und genügend Wasser dabeihaben. Einige kurze Pausen und nach etwa einer Stunde und fünfzehn Minuten kommen wir oben an. Ein schöner schattiger Platz unterhalb der Burg lädt zum Verweilen ein und es ist Zeit sich der Brotzeit zu widmen.

Auch der nette Golden Retriever des Inhabers des Souvenierladens findet unser Mahl spannend. Er lässt sich nicht überzeugen wo anders Platz zu nehmen, weder zerren noch bezirzen hilft, immer wieder kommt er zurück. Wenigstens lässt er uns jetzt in Ruhe essen. Dann wird es Zeit für den letzten Vortrag. John und Jona geben uns einen Einblick in Reinhold Messners Begegnung mit dem Yeti. Dann geht es ins Schloss. Ein wunderschön renovierter Bau mit einem idyllischen Garten zwischen den alten Mauern. Hier stehen riesige, traumhafte Himalaya Kiefern. Es gibt viel Spannendes zu sehen, die Kammer mit den Ausrüstungsgegenständen, buddhistische und hinduistische Kunstgegenstände aus dem Himalaya, die Bibliothek und eine Sammlung von Kunstwerken mit Bezug zum Bergsteigen. Wie interessant das für Erwachsene auch alles sein mag, die Kinder sind ziemlich bald fertig mit der Durchsicht und beginnen das Schloss auf eigene Faust zu erkunden. Bald schon werden einige aus Bereichen zurückbeordert, die klar durch eine Kette abgetrennt sind. Eine große Gruppe lehnt sich auf einer freien Fläche außerhalb des Schlosses mit Begeisterung und viel Gelächter in den kraftvollen Wind, der zwischenzeitlich aufgekommen ist, und lässt sich von ihm tragen. Eine Mütze wird davongewirbelt und ist für immer verloren. Herrlich kann man beobachten wie sich Spucke verhält, wenn sie dem Wind preisgegeben wird. Das ist besonders toll von dem kleinen Balkon unter dem blauen Glasdach. Hier soll uns Hr. Messner in einer dreiviertel Stunde begegnen. Möglicherweise hat auch er bemerkt, dass die Geduld nicht größer wird, dafür aber der Tumult. Jedenfalls taucht er eine gute halbe Stunde früher auf. Schnell stellt man fest, dass sich der offene Teil der Burg, aufgrund der Lautstärke, die der Wind hier erzeugt, nicht für ein Interview eignet. Kurzerhand werden wir eingeladen ins Schloss zu gehen und dort an der riesigen Tafel Platz zu nehmen. Eineinhalb Stunden stellt sich Hr. Messner all unseren Fragen und beantwortet sie ausführlich. Alle lauschen gespannt seinen Ausführungen und sind auch nach der Begegnung sehr beeindruckt von der Ausstrahlung, die diesen Mann umgibt.

Nach unserem Interview versammeln wir uns im Hof der Burg und treten den Rückweg an. Geschwind geht es hinab auf dem wunderschönen Weg, der ins Tal mäandert. Die Sonne ist gegenüber den Wolken in den Hintergrund getreten, was den Abstieg deutlich angenehmer gestaltet. Wir schaffen es rechtzeitig zur nächsten Bahn, die uns zurück in unsere Jugendherberge bringt.

Die Klasse darf erneut die Stadt erkunden bis es Abendessen gibt, welches wir auch heute von den netten Jungs vom Lieferdienst auf unsere Terrasse gebracht bekommen. Am Abend ist es schon deutlich ruhiger im Haus und bald schlafen alle gut. Zuvor müssen jedoch noch Rucksäcke gepackt werden, denn am Morgen ist es wieder früh Zeit aufzustehen.

Tag 5: Zurück

Meran – Huglfing

Der Tag der Abreise ist gekommen. Wie immer ist frühes Wecken angesagt. Zwar ist das meiste schon in den Rucksäcken verstaut, aber Betten müssen abgezogen werden und es gilt einigen Unrat zu entsorgen, der sich in manchem Zimmer verteilt hat, sowie die Zimmer in einem ordentlichen Zustand zu übergeben. Danach treffen wir uns im Frühstücksraum. Nach einiger Zeit fällt auf, dass einige noch nicht zu sehen waren. Es stellt sich heraus, dass der Wecker von Fr. Waidelich den Dienst versagt hat weshalb auch ihre Gruppe noch selig schlummert. Nachdem wir sie geweckt haben, schaffen sie es noch rechtzeitig zum Frühstück. Schließlich packen sich alle noch eine kleine Brotzeit zusammen und wir stehen in unserem Abschlusskreis auf der Terrasse. Jeder darf sich noch mal erinnern und allen mitteilen, was ihm in den letzten vier Tagen am besten gefallen hat. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schultern und machen uns auf den Weg Richtung Busbahnhof. Eine viertel Stunde durch die frische Morgenluft von Meran und wir stehen vor dem FLIX-Bus, der uns nach München bringen wird.

Die Fahrt verläuft wenig spektakulär, singen und scherzen sind nicht so leicht möglich wie auf der Hinfahrt, da ja viele andere Fahrgäste mit uns reisen. Außerdem sind wir schon etwas geschlaucht von den letzten Tagen. Nach einiger Zeit bricht sich der Bewegungsdrang bei einigen Kindern seine Bahn und sie beginnen sich in den vorderen oder hinteren Sitzreihen zu besuchen. Leider können wir Begleiter, aufgrund des Risikos, das nicht zulassen, was nicht bei allen auf Verständnis trifft. An der deutschen Grenze wird es kurz spannend, denn als uns zwei Polizistinnen kontrollieren fällt einigen ein, dass sie ihren Ausweis doch im Rucksack haben, statt ihn bei sich zu tragen, wie es kommuniziert war. Wir haben jedoch Glück und freundlich bestätigen die beiden, dass sie uns auch so glauben, dass wir als Klasse zusammengehören. Endlich kommen wir in München am Busbahnhof an. Die ersten verabschieden sich, weil sie gleich hier abgeholt werden und die übrigen begeben sich zum Zug der uns wieder an Tutzing, Weilheim und Huglfing vorbei nach Süden bringt. Nach und nach steigen alle aus und legen die letzten Meter bis in ihr ersehntes Heim zurück.

Endlich ist man angekommen und lässt sich erschöpft auf sein Bett sinken. Die Gedanken schweifen zurück und man lässt die vielen schönen und auch fordernden Momente der vergangenen Tage Revue passieren: Die aufgeregte Hinfahrt, die Schönheit des Meraner Höhenweges mit seinen Felsen, duftenden Wäldern, Bergwiesen und Wildbächen, der Urige Vernatschhof, das Tal der tausend Stufen, die flirrende Hitze am felsigen Weg, Schweiß und Blasen, die Gemeinschaft auf den Zimmern, geteilte Brotzeiten, die Ausflüge ins schöne Meran, das durch die Zimmer toben in der Jugendherberge, der beeindruckende Abenteurer Reinhold Messner mit seinen GeDer Tag der Abreise ist gekommen. Wie immer ist frühes Wecken angesagt. Zwar ist das meiste schon in den Rucksäcken verstaut, aber Betten müssen abgezogen werden und es gilt einigen Unrat zu entsorgen, der sich in manchem Zimmer verteilt hat, sowie die Zimmer in einem ordentlichen Zustand zu übergeben. Danach treffen wir uns im Frühstücksraum. Nach einiger Zeit fällt auf, dass einige noch nicht zu sehen waren. Es stellt sich heraus, dass der Wecker von Fr. Waidelich den Dienst versagt hat, weshalb auch ihre Gruppe noch selig schlummert. Nachdem wir sie geweckt haben, schaffen sie es noch rechtzeitig zum Frühstück. Schließlich packen sich alle noch eine kleine Brotzeit zusammen und wir stehen in unserem Abschlusskreis auf der Terrasse. Jeder darf sich noch mal erinnern und allen mitteilen, was ihm in den letzten vier Tagen am besten gefallen hat. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schultern und machen uns auf den Weg Richtung Busbahnhof. Eine viertel Stunde durch die frische Morgenluft von Meran und wir stehen vor dem FLIX-Bus, der uns nach München bringen wird.

Die Fahrt verläuft wenig spektakulär, singen und scherzen sind nicht so leicht möglich wie auf der Hinfahrt, da ja viele andere Fahrgäste mit uns reisen. Außerdem sind wir schon etwas geschlaucht von den letzten Tagen. Nach einiger Zeit bricht sich der Bewegungsdrang bei einigen Kindern seine Bahn und sie beginnen sich in den vorderen oder hinteren Sitzreihen zu besuchen. Leider können wir Begleiter, aufgrund des Risikos, das nicht zulassen, was nicht bei allen auf Verständnis trifft. An der deutschen Grenze wird es kurz spannend, denn als uns zwei Polizistinnen kontrollieren fällt einigen ein, dass sie ihren Ausweis doch im Rucksack haben, statt ihn bei sich zu tragen, wie es kommuniziert war. Wir haben jedoch Glück und freundlich bestätigen die beiden, dass sie uns auch so glauben, dass wir als Klasse zusammengehören. Endlich kommen wir in München am Busbahnhof an. Die ersten verabschieden sich, weil sie gleich hier abgeholt werden und die übrigen begeben sich zum Zug der uns wieder an Tutzing, Weilheim und Huglfing vorbei nach Süden bringt. Nach und nach steigen alle aus und legen die letzten Meter bis in ihr ersehntes Heim zurück.

Endlich ist man angekommen und lässt sich erschöpft auf sein Bett sinken. Die Gedanken schweifen zurück und man lässt die vielen schönen und auch fordernden Momente der vergangenen Tage Revue passieren: Die aufgeregte Hinfahrt, die Schönheit des Meraner Höhenweges mit seinen Felsen, duftenden Wäldern, Bergwiesen und Wildbächen, der Urige Vernatschhof, das Tal der tausend Stufen, die flirrende Hitze am felsigen Weg, Schweiß und Blasen, die Gemeinschaft auf den Zimmern, geteilte Brotzeiten, die Ausflüge ins schöne Meran, das durch die Zimmer toben in der Jugendherberge, der beeindruckende Abenteurer Reinhold Messner mit seinen Geschichten auf Schloss Juval, die großartige Klassengemeinschaft, die trotz kleiner Streitereien wirklich beeindruckend ist und viele Erinnerungen mehr. 

Wie so oft wird einem die Schönheit des Erlebten erst im Nachhinein bewusst.

(Bericht von Nico Wald)

11.Etappe

Umhausen/Österreich – Schnalstal/Südtirol


Unser 11. Etappenausflug von 

Umhausen im Ötztal bis Unser Frau im Schnalstal

VON FETTEN FRITTEN, FITTEN ZICKEN UND WILDEN ELEFANTEN

Tag 1: Los geht’s!

Huglfing – Mittenwald – Innsbruck – Bus ins Ötztal – Umhausen/ Feuerwehr

Höhenmeter: 900 – Strecke: 12,5 Km – Dauer: 6,5 Std.

Ist die Vorstellung mit 21 Kindern und 8 Erwachsenen über die Alpen zu wandern motivierend oder Angst einflößend?  Wir starten wie immer an unserer Schule in Huglfing, early bird, wie es sich für richtige Alpen-Crosser gehört, um kurz nach sechs Uhr. Und natürlich nutzen wir, wo immer möglich, die ÖFFis. Wir landen an unserem Ausgangsort Umhausen. Da wo wir auf unserer letzten Etappe abgereist sind.

Wir marschieren über die Ötz auf der westlichen Talseite. Recht schnell geht es steil bergauf durch Wald und Wiesen und dank der sengenden Hitze wird uns überflüssig heiß und heimlich wünsche ich mir jetzt schon fluchen zu dürfen, ABER natürlich mache ich das nicht, denn diese 21 Kinder laufen wie kleine Duracell Hasen und da gebe ich mir doch nicht die Blöße.

Ich laufe hinter Momo her und stelle mir die Frage, wieso ihr so ein Cityrucksack der Größe Wochenendausflug anscheinend ausreicht, während ich mich mit meinem super-truper-Deuter- 50 Liter + 10 Rucksack den Berg hochschleppe. Eigentlich bin ich doch hier der Wanderprofi. Kinder sind da wahrscheinlich einfach pragmatischer: Eine Hose,  ein T-Shirt und eine Regenjacke. Ich habe Michij´s Packliste dreimal studiert, konnte sie am Ende fast auswendig, um bloß nix zu vergessen. Stellt euch das mal vor, wie peinlich das wäre, wenn einer der Erwachsenen auf der Hütte dann sagen müsste „Äh entschuldige, kannste mir mal deine Zahnpaste leihen“, oder am nächsten Tag: „Haste mal Sonnencreme? Hab meine vergessen!“ Aber da ich ja ein Besserwisser-Erwachsener bin, habe ich natürlich so getan, als wenn mir mein schwerer Rucksack überhaupt nix ausmacht!

Unser erstes Highlight ist Julias Keks-Station nach dem anstrengenden Aufstieg. Diesen mobilen Super-Service sollten wir auf der ganzen Etappe mehrmals genießen dürfen. Mal stand Julia mit Manner-Schnitten da, mal mit veganen Gummibärchen, mal Schokokeksen, Schokolade oder mit Müsliriegeln – gesponsert von Munsinger. DANKE DAFÜR! Nach dem Motto: Keine Süßigkeiten im Rucksack der Kinder – die Erwachsenen bringen alles mit. Hatte zur Folge, dass wir das ganze Zeug schleppen mussten. Naja, Erziehungsmaßnahme können eben auch anstrengend für die Eltern sein. Selber schuld!

Das mit den Süßigkeiten und der Verpflegung war übrigens so eine Sache. Ich glaube da gab es ein kleines Kommunikationsproblem. Oder wer hat überhaupt die 845 Gurken bestellt, die dann in der ersten Hütte im Kühlschrank lagen? Aber dazu später.

Unser zweites Highlight glitzert uns schon türkis-grün in einem kleinen Kessel, umgeben von Kiefern, entgegen. Unser erster Picknick-Platz. Ein See! Saukalt, mit freundlichen Forellen und mutigen Mädeln, die in Unterwäsche ratz-fatz eine wohltuende Abkühlung genießen. Super schön!!!

Nach dieser tollen Pause geht es weiter Richtung Tal zum Ort Lehn. Und dann wieder hoch auf den Berg zum Wasserfall! Was wieder doch? „Aber Michij, äh Julia… hallo…wieso denn wieder hoch, ich bin doch jetzt schon fix und foxy.“ 

Da war sie dann wieder diese innere Stimme bzw. dieser innere Schrei! Ich habe mich schon wieder nicht getraut zu meckern, obwohl es jetzt echt angebracht gewesen wäre. Naja, ich habe dann mit Lulu und Momo ein neues Spiel gespielt „Lieblingsoutfits“. Statt „Tiere raten“. Apropos Tiere raten: Mein Lieblingstier bei diesem Spiel ist „Gürteltier“ oder „Ameisenbär“ – da diese Tiere nicht so bekannt sind, dauert eine Runde direkt ein paar Kilometer – kommt nämlich keiner drauf 😉 

Nach diesem Aufstieg folgt natürlich wieder ein Highlight. Neben einer weiteren Süßigkeitenstation bei Julia bestaunen wir einen beeindruckenden Wasserfall. Nach dem sich in Serpentinen herabschlingenden Weg, in Erwachsenenkreisen auch Oberschenkel -Killer genannt – folgt eine wohltuende Endentspannung am Fluss. Gefolgt von einer Busfahrt zur DAV Talherberge „Zwieselstein Sektion Regensburg“. Diese Hütte wird unsere erste Herberge. Sie empfängt uns mit diesem typischen Hüttenduft und eben auch 845 Schlangengurken. Hatte ich die schon erwähnt?

Kathrin, Mutter von Lissi und 1a-Catering-Chefin, versorgt uns wieder mal hervorragend. An dieser Stelle schon mal ein erstes großes DANKESCHÖN! Und während wir Erwachsenen fix und foxy die Beine hochlegen wollen, hören wir schon „Räuber & Gendarm“- Rufe von draußen. Das gibt es doch nicht! Woher nehmen die Kinder eigentlich immer diese Energie? Grad noch aus dem letzten Loch gepfiffen und jetzt schon wieder auf Socken durch den Garten. Ich glaube, das ist wie beim Essen, am Ende einer nicht ganz so beliebten Mahlzeit, bei der man überhaupt keinen Bissen mehr runter kriegt, weil man ja soooo satt ist, tut sich das Phänomen NACHTISCH auf. Da ist irgendwie immer noch Platz für. Uns so ist das auch mit dem Spielen. Geht immer. Passt immer. Macht immer Spaß.

Abendessen: Spezialpasta mit lecker Sauce. Und davor ein fetter grüner Salat, der ratz-fatz weg ist. Sollten Kinder etwa doch Salat mögen? Fernab von ihren Eltern zeigen sich alle Kinder in einem anderen Licht!

Ein Zimmer für die Mädels und ein Zimmer für die Jungs und davor mit Stirnlampe und Buch die Gruselexpertin Cäcilia. Mit Roald Dahls „Hexen hexen“ endet der Abend. Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht ein paar Kinder heimlich ins Kopfkissen geweint haben, weil Cäcilias Geschichte anscheinend sehr gruselig war. Aber hey, das hätte ich natürlich auch nicht zugegeben. Auf alle Fälle sitzt Cäcilia gefühlte zwei Stunden vor den Zimmern und liest, bis auch das letzte Kind endlich weggeschlummert ist.

Die Erwachsenen beschließen diesen ersten Tag mit einem Bier in der Hand in der Küche. Alle Kinder heil durch den ersten Tag gebracht. Puh, geschafft!

Gerüchten zufolge gab es dann noch einen kleinen, nächtlichen Zwischenfall, aber Gerüchten wollen wir hier nicht nachgehen. Das Motto lautet: Was auf der Etappenwanderung passiert, bleibt unter den Teilnehmern der Etappenwanderung. Wer Insider hören will, muss nächstes Mal selber mitkommen 😉

Tag 2: Ich hasse Murmeltiere

Zwieselstein – Vent – Hochjoch Hospitz Hütte

HM: 600 – Strecke: 8 km – ca. 5 Std.

„Erst wird die Brotzeit geschmiert und eingepackt, dann frühstücken wir alle zusammen“ – diese Ansage kommt von Michij & Julia. Die beiden haben wieder die Führung für diese Etappe übernommen und wissen ganz genau, warum die Reihenfolge hier besonders wichtig ist. „Wenn alle beim Frühstück anfangen sich Brote zu schmieren, dann haben wir in jedem Rucksack ein Nutella-Chaos.“ So ist klar, dass die Brotzeit aus leckeren Pfisterbroten mit Butter/ Käse oder Landjäger besteht. Apfel, Möhre und natürlich Gurken, so viel sie wollen! Die Brotzeit muss 2 Tage lang halten, denn auf den Hütten gibt es Halbpension aber keine Brotzeit.

Zimmer aufräumen, fegen, abwaschen und am allerwichtigsten: Nichts vergessen! Die schwierigste Aufgabe der Etappe: Irgendwas bleibt immer liegen.

Wir fahren mit dem Bus vor der Haustüre vom Hotel „Neue Post“ bis zur Endstation Similaun in Vent. Hier startet heute unsere 2. Etappe. Gemächlich schlängelt sich ein schöner Pfad den Berg hinauf. Hier und da eine Kunstskulptur. Umgeben von blühenden Wiesen mit Kräutern und einer fantastischen Aussicht. Erstes Highlight: Eine Hubschrauberlandung genau vor unserer Nase. Wie war das noch? Wenn man Hilfe braucht ein Y und wenn man keine braucht ein N mit den Armen gen Himmel zeigen! Das sollte nicht die letzte Lektion sein, die uns Bergführer Michij mit auf den Weg gibt. 

Auf der ersten Brückenüberquerung zeigt sich, dass auch Kinder mit Höhenangst mutiger sind, als sie von sich gedacht haben. Die Gruppe hält zusammen, alle helfen sich gegenseitig. Das macht Laune. Der erste Picknickplatz wird begleitet von grasenden und unheimlich hübschen Haflingern. Das kleine Fohlen sitzt auf dem Boden und grast genüsslich vor sich hin. Wenn die Stute uns nicht so wachsam und mahnend anblitzen würde, hätte man sich glatt zum Kuscheln ins warme Fell schmiegen wollen.

Neben Michij haben auch die Kinder, jeweils in 2er Gruppen, kleine Vorträge vorbereitet. Wir hören interessante Details über die Baumgrenze, die Alpenrose, Helikopter und Notruf, Gams und Steinbock, Dohlen, Zirben und die grausamen Murmeltiere. 

Das muss man sich mal vorstellen, die süßen, fetten Murmeltiere, die immer so niedlich mit der Nase im Wind stehen, sind in Wahrheit grausamer als so mancher Mensch. Die schmeißen doch tatsächlich vor dem Winterschlaf ihre Alten und Kranken Familienmitglieder achtkantig aus der kuschel-warmen Höhle. Nach dem Motto: Bevor du mir mein Haus vergiftest, wenn du nicht mehr aufstehen kannst, schau wo du bleibst im Winter. Meine rosarote Murmeltier-Blase ist innerhalb von wenigen Minuten geplatzt. 

Bis jetzt begegnen wir kaum anderen Menschen. Sind wir eigentlich noch auf dem richtigen Weg? Kleine Schluchten, Wasserfälle, steinige Wege und so langsam braut sich was am Himmel zusammen. Schaffen wir es noch trocken zur Hütte? 

„Kommando Regenjacke“. Und kurz danach „Kommando Regenhose“. Den letzten Aufstieg wandern wir im Regen immer die Hochjochhospiz-Hütte im Blick. Ehrlich gesagt ist es noch mühsamer auf die Hütte zuzulaufen, wenn man diese immer im Blick hat. Wieso eigentlich, könnte man sich doch freuen? Ich sehe eine Gestalt vor der Hütte stehen. Regungslos. Hat sie eine Kamera in der Hand? Ich erkenne Stefan schon von weitem und jetzt läuft es sich doch leichter … mit Vorfreude. Stefan (Vater von Felix) ist uns von der Bella Vista in Südtirol entgegengelaufen und überrascht uns am Hochjoch.

Wir ziehen Bilanz am Abend. Ein paar Tränen, wenige Blasen, ausreichend Brotzeit, genügend Süßigkeiten und lachende Gesichter. Läuft bei uns. Naja, den einen oder anderen Aufreger hat es schon gegeben, aber solche Details sind halt normal. Die Hütte ist ausgebucht und bevor die Kinder vor lauter „After-Hike-Energy“ hier die Hütte aufreißen gibt es draußen noch einen Erste-Hilfe-Kurs von Kommandeur Michij.  

Thema Nummer 1: Das Rettungsdecken-1×1: Wieso gehört sie in jeden Rucksack? Was kann man mit ihr alles anstellen? Sonnenbrille, Wärmeschutz, Kühlung, Tragegurt – so eine goldene Decke sollte man eigentlich stets in seiner Handtasche bei sich tragen. Die ist nützlicher als wir alle gedacht haben.

Thema Nummer 2: Der Biwaksack. Zum Reinschlupfen, drauflegen und wegdösen. Cäcilia erklärt sich mutig bereit, von den Kindern unter Michijs Anleitung, den Berg hinunter tragen zu lassen. „Im Notfall in die Ecken einen Stein wickeln, dann lässt sich die Decke einfacher tragen.“ Und siehe da, die Kinder werden zu einem guten Team und tragen ihre Lehrerin mehr oder weniger behutsam den Berg hinab. Cäcilia hat das Experiment ohne blaue Flecken überlebt. An dieser Stelle auch mal ein großes Danke an Cäcilie, die ja wirklich für jeden Quatsch zu haben ist. Tolle Lehrerin!

Auf dieser Etappe beobachten wir immer wieder, dass die Kinder im richtigen Moment richtig handeln. Die Erfahrung der letzten Etappen wirkt nach und alle gehen sehr sicher über schwierige Flusspassagen und schmale Steige. So schön zu sehen, dass es außerhalb der Schule so viele wichtige Lektionen gibt, die man ohne Frontalbeschallung lernen kann. Ich bin dankbar für diese Erfahrung, die unsere Kinder mit ihrer Schule machen dürfen. Auch wenn in unserer kleinen Schule im Aufbau noch nicht immer alles richtig rund läuft, so sehr sind wir Erwachsene uns hier einig, für unsere Kinder den richtigen Weg gewählt zu haben. 

Auf der Hütte ist das Essen lecker, die Stimmung manchmal bombiger als gewollt, aber die anderen Wanderer nehmen es fast alle mit Humor. Die Mädels schlafen unterm Dach – juch-he – die Jungs vom Gestank her eher in einem Pumakäfig. Das Fenster ist etwas zu klein für so viele Wandersocken. Die Schuhe hauchen im Schuhraum mit Fleiß ihren letzten Atem aus. Wer sich da heute Abend noch reintraut, der ist wahrlich lebensmüde. Gibt es heute Abend eigentlich eine Gute-Nacht-Geschichte? Keine Ahnung, meine Ohrstöpsel verschwinden in meinen Gehörgängen und ich bin auch schon eingeschlafen. Ein aufregender Tag geht zu Ende. 

Der Hüttenwirt zieht Bilanz: EM Spiel Österreich  gegen Niederlande 3:2 – die Gäste hatten ordentlich Durscht! Ein guter Tag geht auch für ihn zu Ende.

Die Murmeltiere ziehen Bilanz: Wieder 2 alte und 3 kranke Tiere aus dem Bau geworfen. Ab heute bin ich Murmeltier-Hasser!!

Tag 3: Kommen wir heute noch am DM vorbei?

Hochjochhospiz Hütte – Grenzüberschreitung – Zollhaus – Bella Vista Hütte

HM: 600 – Strecke: 7 km – ca. 5 Std.

Zwei Kinder hat Michij leider wegen Krankheit noch spät zurück ins Tal nach Vent gebracht. Erst ist er mit den Jungs runter gelaufen und dann wieder hoch zurück ins Hochjochhospiz. Starke Leistung Michij – das ist wirklich ausgesprochen nett von ihm und ein großer Kraftakt!

Auf dieser Etappe begleiten 8 tolle Eltern die Klasse: Victoria, Simone, Flo, Franz, Stefan, Kristina, Julia und Michij. Und natürlich Cäcilia, die Klassenlehrerin.

Heute müssen wir Schneefelder queren. Aber zuerst mal den Berg runter und auf der anderen Seite der wackeligen Brücke den Berg wieder hinauf wandern. Michij gibt das Wandertempo an. Langsam, stetig, ohne Hektik bezwingen wir den Anstieg und siehe da, wir sind weder müde, noch verschwitzt. Das Tempo ist so gut abgestimmt, dass wir alle wie Perlen an einer Schnur aufgereiht, den Berg hinauf in einer Linie wandern.  Da muss man sich doch fragen, warum man sonst beim Wandern immer so aus der Puste ist. 

Heute haben alle ihre Hüte, Mützen oder Käppis auf. Die Sonne ist trotz Wolken stärker als im Tal, deswegen darf auch die Sonnenbrille nicht fehlen. Die Reflektion des Schnees lässt uns die Augen zukneifen. Die Vegetation ist karg, aber schön. Wir quetschen uns an manchen Passagen am Berg entlang. Links von uns geht es ganz schön steil herab. 

Vor dem Start der Wanderung haben wir uns in kleine Gruppen aufgeteilt. Jeweils ein Erwachsener „übernimmt“ 2-3 Kinder. Schon im Zug haben die Teams sich coole Namen gegeben und an einem passenden Schlachtruf gearbeitet. Es gibt die „Fetten Fritten“, die  Franz betreut, die „Snoop Doggy Dogs“ bestehen aus Felix, Julius und Kristina und dann gibt es unter anderem noch die „Wandernden Elefanten“ oder die „Fitten Zicken“… Auf wichtigen oder etwas unsicheren Passagen werden wir uns in diesen Teams zusammenfinden. Das erlaubt uns ein zügiges Vorankommen, keiner geht verloren, da immer ein Erwachsener den Überblick für seine Schützlinge behält und die Verantwortlichkeit gut handeln kann und die Kinder jederzeit wissen, an wen sie sich wenden können.

Die Schneefelder werden nun länger, der Schnee sulziger und wir sehen die Skilifte und kommen ins Skigebiet rund um die Bella Vista. Die Hütte „Schöne Aussicht“ gehört dem Hüttenwirt und Hotelier Paul Grüner. Die Hütte ist bekannt für ihre tollen Knödel, die Fass-Sauna, einem tollen Outdoor-Whirlpool, und einer super Berg-Crew. Der Ruf der Hütte ruft uns schon entgegen und so läuft es sich schon leichter und schneller.

Wir werden vom Hüttenwirt draußen schon empfangen, er hat uns netterweise eine Schneise in die Schneemassen gefräst, denn dieses Jahr liegt noch im Juni ungewöhnlich viel Schnee hier oben. Schnell ist das Bettenlager bezogen und die ersten wohlverdienten Kakaobecher mit Sahne stehen auf den Tischen.

Kurze Verschnaufpause und schon ruft Michij wieder zum Einsatz.  Heutige Lektion: How to brems when you are rutsching down the Schneefeld. Und: Wie vergräbt man ein Sicherungsseil absturzsicher im Schnee?

Diese Lektion sollte noch nachhallen. Wieder eine wertvolle Lektion, denn nicht immer hat man einen Pickel dabei, wenn plötzlich ein steiles Schneefeld zu überqueren ist. Die Kinder üben mit einer Riesengaudi, wie man geschickt die Beine aufstellt und rücklinks zum Stehen kommt, wenn man zuvor Beine vorwärts den Berg gen Tal zu rutschen droht.

Auf 2.800 Höhenmeter befinden wir uns. Was für eine saustarke Leistung! Nach einem mehrgängigen Essen – die Italiener lassen sich nicht lumpen – fallen alle schnell in den Schlaf. Wie war das noch mit dem DM-Markt? Sind wir daran heute eigentlich vorbeigekommen oder haben wir den verpasst? Und hat nicht jemand erzählt, dass im Mädchen Zimmer eine Beauty-Ecke aufgebaut wurde? Ach, das sind wieder so Gerüchte, auf die wir hier nicht eingehen wollen…

Tag 4: Runter geht’s! 

Bella Vista Hütte– Kurzras – Unser Frau „Archeo Parc“

HM: 850 nur bergab – Strecke: 5 km – ca. 4 Std.

Frühstück, diesmal ohne Ansage und so landet der ein oder andere Vinschgauer doch mit Nutella im Rucksack. Was soll man sagen? Es haben alle überlebt!

Wie war das noch? How to brems when you are…???? Keine hundert Meter von der Hütte kommt schon das erste Schneefeld. Und klein ist anders. „Kommando Gamaschen“ und Michij baut schon eine Seiltrasse. Gestern gelernt und heute schon angewendet. Die Kinder maulen nicht rum, denn sie wissen: Der Berg verzeiht wenige Fehler.

Alle überqueren auch die noch folgenden Schneefelder sicher und bedacht. Die anderen müssen wir nicht sichern – die Kinder laufen aufmerksam an den zum Teil sich bildenden Schneelöcher geduldig nacheinander vorbei.

Jetzt wird es wärmer. Wir sehen mehr Tiere, die Vegetation ändert sich wieder. Es wird Zeit für einen Vortrag über die Zirben. Schnaps, Baumaterial, Beruhigungsmittel. Ein Material, das typisch für diese Region ist und im Herbst die Landschaft in orange-rot taucht.

Der Weg nach unten nach Kurzras ist schön. Mit großen Steinen gepflastert und der Ort winkt uns schon von weitem. Angekommen, entscheiden wir uns den letzten Weg nach „Unser Frau“ mit dem Bus zu fahren. Ein bisschen Luxus haben wir uns verdient.

(Bericht von Kristina Schütz)

Tag 5: Leben in der Steinzeit – „Der Archeo Parc“

Als wir in Unser Frau aus dem Bus steigen, wartet bereits die liebe Katrin mit einer leckeren Jause auf uns. Belegte Brote, geschnittenes Obst und Gemüse stärken uns am Ende der Wanderung. Es sind tatsächlich noch ein paar Restgurken vom ersten Tag übrig, wer hätte das gedacht! Nun dürfen auch alle ihre Rucksäcke ablegen und in leichtere Schuhe schlüpfen. Herrlich!

Nachdem die Kinder oben am Berg direkt am Fundort des „Ötzi“ vorbei gewandert sind, werden sie nun im archäologischen Freilichtmuseum „Archeo Parc“ hautnah auf „Ötzis“ Spuren wandeln und in das alltägliche Leben in der Steinzeit eintauchen.

Der „Archeo Parc“ liegt direkt an dem kleinen Ort Unser Frau. Hinter einem hohen Holzzaun formieren sich steinzeitliche Holznachbauten zu einem kleinen Dorf, durch das ein Fluss fließt, von dem man auch mit einem Einbaum zu einer kleinen Rundfahrt starten kann.

Nach den intensiven Tagen im Berg sind alle ganz schön aufgedreht und es dauert eine Weile bis die Klasse in der Ruhe und Kontemplation dieses beschaulichen Ortes angekommen ist. Johanna, die Museumsleiterin, umschifft alle Klippen geduldig und begleitet die Kinder ruhig und vertrauensvoll durch diesen Prozess.

Dann geht es endlich ans Feuermachen, die Körner werden mit Steinen gemahlen, das Gemüse mit kleinen Steinmessern geschnitten und gemeinsam mit Johanna und Cäcilia kochen die Kinder eine leckere Suppe über dem offenen Feuer.

Es werden Spiele gespielt und Johanna erzählt uns viel über das Leben von Ötzi und seinen Zeitgenossen. Als es dunkel wird sitzen wir noch lange am Feuer und singen unter einem riesigen Sternenhimmel gemeinsam Lieder.

Zum Schlafen sind die Kinder über die verschiedenen Hütten verteilt, auf den Lehmböden werden die Ismoatten und Schlafsäcke, die von Katrin mit ihrem Bus von Huglfing aus hierhergebracht wurden, ausgerollt und müde sinken alle in ihre Betten.

Das Frühstück findet im Café des Museums statt, ganz unsteinzeitlich, mit frischen Semmeln, Marmelade, Kaffee und Orangensaft. Danach führt uns Lukas durch die Ausstellung mit vielen spannenden Exponaten, die uns Ötzis Welt, sein Werkzeug, seine Kleidung und seine Waffen anschaulich präsentieren.

Heute Vormittag sind für uns die Werkstätten geöffnet. Die Kinder teilen sich auf in eine Gruppe, die aus Holz kleine Bögen und Pfeile und in eine Gruppe, die aus Speckstein schöne Anhänger schnitzen werden. Konzentriert sind alle mit ihrer Arbeit beschäftigt und wer eine kleine Pause braucht, darf tatsächlich mit dem Einbaum vom Steg aus eine Runde durch die Sonne über den Fluss schippern.

Und dann steht schon der Reisebus vor der Tür, der uns wieder nach Hause bringen wird. Leider ist unser Plan, zum Abschluss eine echt italienische Pizza für alle zu besorgen, gescheitert, da ausgerechnet heute rundherum alle Pizzerien geschlossen haben. Aber dank des Internets finden wir einen Hinweis auf eine Pizzeria in Meran, bei der wir Pizzen für alle vorbestellen und unterwegs abholen können. Auf einem kleinem Parkplatz versammeln sich alle hungrig um den großen Stapel Pizzakartons und schlagen sich die Bäuche voll. Und so herrscht auf der anschließenden Heimfahrt eine gemütliche Ruhe, denn die meisten haben sich auf den Busbänken ausgestreckt, ihre müden Köpfe aneinander gelehnt und schlafen sich erst mal eine Runde aus nach den letzten, herausfordernden Tagen.

Vor dem „Café Schaffner“ in Huglfing warten schon ungeduldig die Eltern, Geschwister und Familien, um die tapferen Wanderer wieder in ihre Arme zu schließen! Hurra, endlich wieder zuhause!

(Bericht von Victoria Messutat)

10.Etappe

Silz – Umhausen/ Österreich


Unser 10. Etappenausflug von  Silz bis Umhausen im Ötztal

Voller Vorfreude stehen alle Kinder pünktlich auf und verlassen ihre Lager, um zum leckeren Frühstück zu gehen. Nach einem reibungslosen und frühen Aufbruch führt uns der Weg wieder einmal direkt Richtung Süden- heute ausnahmslos bergab. Wir passieren auf kleinen Brücken plätschernde Bäche und müssen auch immer mal wieder ein paar Meter klettern. Wie ein langer bunter Zug erstreckt sich unsere Gruppe auf dem schmalen Weg durch den Bergwald. Rechts unten der tosende Bach, links von uns steile Hänge und Wald. Bereits nach zwei Stunden fühlen wir, dass wir zurück in zivilisiertes Gebiet kommen. Wir wandern nun auf breiten Forstwegen, an bestellten Feldern entlang auf den Ort Obsteig zu, wo wir einen Brotzeitstopp einlegen wollten. Doch der dortige Supermarkt, der uns als Möglichkeit dienen sollte, unsere Vorräte aufzufüllen, ist nicht mehr da. Uns begrüßt eine Bautafel und eine große Baugrube. Zum Glück haben wir alle noch genug Proviant im Rucksack. Sogar die allgemeinen Süßigkeitenvorräte sind noch nicht aufgegessen. Kurz hinter Obsteig machen wir an einem kleinen Bach eine große Mittagspause, erfrischen uns im kühlen Wasser und genießen die einzelnen Sonnenstrahlen, die durch den dichten Wald doch noch zu uns durchdringen. Der Weg führt uns dann weiter am Bach entlang, vorbei an der Burg Klamm und steil hinab durch den Wald. Bald kommen wir an den ersten Häusern von Mötz an. Inzwischen ist es sehr warm geworden und die Kinder freuen sich über die Eispause, die wir am Dorfplatz einlegen. Die verbleibenden 4 Kilometer geht es in der prallen Sonne zunächst über den Inn und dann weiter durch das oftmals laute Inntal Richtung Westen. Hier müssen zwischendurch ein paar Gummibärchen verteilt werden, um die Motivation zu erhalten. An unserem Ziel, dem Bahnhof in Silz angelangt ,wartet schon der Pizzabäcker, der uns mit leckerer Pizza auf seiner Gasthausterrasse verwöhnt. Nach dem Essen können wir die Schuhe ausziehen und auf der Wiese vor dem Bahnhof unserem Ritual nachgehen. Jedes Kind bekommt seinen Stempel auf die Etappenwanderungsurkunde. Noch voller schöner Eindrücke, durstig und erschöpft steigen wir wieder in den Bus und freuen uns auf zu Hause, wo wir alle Erlebnisse mit unseren Familien teilen können.

9.Etappe

Marienbergalm – Silz / Österreich


Unser neunter Etappenausflug von Marienbergalm nach Silz in Tirol

Voller Vorfreude stehen alle Kinder pünktlich auf und verlassen ihre Lager, um zum leckeren Frühstück zu gehen. Nach einem reibungslosen und frühen Aufbruch führt uns der Weg wieder einmal direkt Richtung Süden- heute ausnahmslos bergab. Wir passieren auf kleinen Brücken plätschernde Bäche und müssen auch immer mal wieder ein paar Meter klettern. Wie ein langer bunter Zug erstreckt sich unsere Gruppe auf dem schmalen Weg durch den Bergwald. Rechts unten der tosende Bach, links von uns steile Hänge und Wald. Bereits nach zwei Stunden fühlen wir, dass wir zurück in zivilisiertes Gebiet kommen. Wir wandern nun auf breiten Forstwegen, an bestellten Feldern entlang auf den Ort Obsteig zu, wo wir einen Brotzeitstopp einlegen wollten. Doch der dortige Supermarkt, der uns als Möglichkeit dienen sollte, unsere Vorräte aufzufüllen, ist nicht mehr da. Uns begrüßt eine Bautafel und eine große Baugrube. Zum Glück haben wir alle noch genug Proviant im Rucksack. Sogar die allgemeinen Süßigkeitenvorräte sind noch nicht aufgegessen. Kurz hinter Obsteig machen wir an einem kleinen Bach eine große Mittagspause, erfrischen uns im kühlen Wasser und genießen die einzelnen Sonnenstrahlen, die durch den dichten Wald doch noch zu uns durchdringen. Der Weg führt uns dann weiter am Bach entlang, vorbei an der Burg Klamm und steil hinab durch den Wald. Bald kommen wir an den ersten Häusern von Mötz an. Inzwischen ist es sehr warm geworden und die Kinder freuen sich über die Eispause, die wir am Dorfplatz einlegen. Die verbleibenden 4 Kilometer geht es in der prallen Sonne zunächst über den Inn und dann weiter durch das oftmals laute Inntal Richtung Westen. Hier müssen zwischendurch ein paar Gummibärchen verteilt werden, um die Motivation zu erhalten. An unserem Ziel, dem Bahnhof in Silz angelangt ,wartet schon der Pizzabäcker, der uns mit leckerer Pizza auf seiner Gasthausterrasse verwöhnt. Nach dem Essen können wir die Schuhe ausziehen und auf der Wiese vor dem Bahnhof unserem Ritual nachgehen. Jedes Kind bekommt seinen Stempel auf die Etappenwanderungsurkunde. Noch voller schöner Eindrücke, durstig und erschöpft steigen wir wieder in den Bus und freuen uns auf zu Hause, wo wir alle Erlebnisse mit unseren Familien teilen können.

8.Etappe

Biberwier – Marienbergalm / Österreich


Bei Biberwier

Unser achter Etappenausflug von Biberwier nach Marienbergalm in Tirol

Als wir am Morgen in Biberwier aus dem Bus steigen sehen wir von den Bergen noch nicht viel. Tiefe Wolken hängen vor den imposanten Felswänden, doch wir merken, dass uns die Sonne beglücken will. Wir wandern in Biberwier am Ortseingang los in Richtung Süden quer durchs Dorf. Bald geht es steil eine Forststraße hinauf, so dass wir unsere erste Trink- und Ausziehpause einlegen. Bald darauf tauchen wir in den Bergwald ein. Uns wird warm, doch der Boden ist nass und rutschig von den Regenfällen der letzten Nacht. Es geht stetig bergauf. Unser Weg führt uns malerisch entlang der aufgelassenen Stollen über Biberwier. Immer wieder reißen die Wolken auf und wir haben herrliche Ausblicke ins Tal. An einem geheimnisvollen Platz vor dem Eingang zu einem alten Bergwerk machen wir nach circa zwei Stunden unsere erste große Pause. Danach wird der Weg steiniger und ist nur noch von Latschen gesäumt. Wir kommen zügig voran und stehen schon bald auf dem Gipfel des Schachtkopfes (1.642m). Wir genießen unsere Gipfelschokolade und den Blick durch die Wolkenlücken zurück Richtung Biberwier und Ehrwald, woher wir gekommen sind. Bald nach dem Gipfel wartet eine spannende Stelle auf uns. Wir dürfen zwei Mal an einem selbst aufgebauten Geländerseil eine abschüssige Schuttreißn queren. Alle Kinder sind begeistert dabei und das trockene Wetter will erst nach dieser aufregenden Querung nicht mehr mitspielen. Ein kurzer Schauer erfrischt uns bevor wir über glitschige Almwiesen in der Nähe des Gipfelhauses Marienberg ankommen. Bereits wieder bei Sonnenschein gehen wir zügig zum Marienbergjoch weiter um endlich unser Ziel, die Alm, sehen zu können. Am Joch bläst ein frischer Wind und wir machen ein schnelles Gruppenfoto bevor uns die Schotterstraße bergab direkt zur Marienbergalm auf 1.623m führt. Dort erleben wir einen wunderbaren Hüttenabend mit gutem Essen und spannenden Spielen. Um 20 Uhr liegen alle ruhig mit vielen schönen Bildern und Gedanken vom Tag im gemütlichen Lager und lauschen dem lustigen Buch, dass Frau Czogalla-Peter allen gleichzeitig zum Einschlafen vorliest.

7.Etappe

Ehrwald – Biberwier / Österreich


Bei Biberwier

Unser siebter Etappenausflug von Ehrwald nach Bieberwier in Tirol

Wir reisen früh am Morgen komfortabel mit dem Zug an. Unser Zielbahnhof ist Ehrwald- Zugspitzbahn. Von dort wandern wir gleich aus dem Ort heraus und starten in Richtung Süden immer an der Loisach entlang. Wir wandern ganz flach im sogenannten Leermooser Moos. Neben uns ist der Golfplatz mit seinem hellgrünen Rasen und über uns der hellblaue Himmel mit ein paar wenigen leichten Wolken. Die Luft ist noch frisch und klar. Schon bald machen wir eine Pause. Wir kommen einfach nicht an den wunderbaren und sehr hohen Klettergerüsten vorbei, die dort stehen. Die Kinder wollen klettern und sich austoben. Da die heutige Etappe nicht weit ist, haben wir Zeit. Doch irgendwann wandern wir weiter. Nach einer Straßenquerung befinden wir uns in einem wunderschönen Lärchenwald. Die Sonne, das Tiefblau des Himmels und das kräftige Grün des Frühlings begeistern uns alle. In der Ferne sind an den Berghängen noch Schneereste zu erkennen. Diese Etappe geht so gemütlich durch den Bergwald dahin, dass die Kinder viel Kraft und Luft zum Singen haben. Ein kleiner schmaler Waldweg führt uns bereits nach zwei Stunden wieder bergab zu unserem Brotzeitplatz auf einer schönen sonnigen Wiese mit Blick auf Biberwier. Dort gehen die Kinder nach einer Stärkung auf Erkundung und kommen mit interessanten Schätzen, wie Tierskeletten zurück. Der restliche Weg führt uns gemütlich die letzten Meter bergab und durch den Ort Biberwier. Am anderen Ende des Ortes ist die Bushaltestelle. Spätestens hier fliegen die Wanderschuhe von den Füßen und die Füße bekommen eine Abkühlung im Brunnen. Während wir auf den Bus warten packt die Klasslehrerin Frau Czogalla-Peter die kleinen Urkunden aus, auf die die Kinder für jede Etappe einen Stempel bekommen. Nach einem gemeinsamen Abschlusskreis können wir mit Bus und Bahn die Heimfahrt antreten.

6.Etappe

Griessen – Ehrwald / Österreich


Im Graswangtal

Uns erwartet eine schöne Tagestour, die uns schon ein Stück rauf auf den Berg und am idyllischen Eibsee entlangführt. Begleitet von einem hinreißenden Blick auf die Berge wandern wir ca. 18 km und steigen dabei ca. 800 Höhenmeter hinauf. Am Eibsee können sich die Kinder bei schönem Wetter die Füße abkühlen und mit einer deftigen Brotzeit stärken.

5.Etappe

Schloss Linderhof – Griessen / Deutschland


Im Graswangtal

Nicht weit vom Schloß Linderhof trafen wir uns am Morgen früh auf einem Parkplatz. Wegen Corona waren wir nur eine kleine Gruppe, plus Eltern und Frida, dem Hund. Die Sonne war noch hinter Wolken verborgen und es war zuerst morgendlich kühl.

Die ersten Kilometer folgten wir einem breiten Forstweg den Berg hinauf. Am Rand des Weges waren nach dem Regen der vorhergehenden Tage lauter tiefe Pfützen entstanden, in den wir kleine schwarze Molche schwimmen sahen. Es ging ziemlich lange bergauf und die schwanzwedelnde Frida half immer wieder mit, müde Kinder den Berg hinauf zu ziehen. Zugleich haben die Kinder sich auch ganz freundschaftlich mit dem Tragen der Rucksäcke abgewechselt, so dass jeder Rücken mal eine kleine Erholungspause bekam. Es wurde auch so mancher Kanon angestimmt, um den etwas eintönigen Weg zu überstehen. Nach einer kurzen Pause am Straßenrand sind wir dann vom Forstweg abgebogen und dann wurde es gleich viel interessanter. Da der Weg erst mal ganz schön steil im Gras bergab ging, musste man auch gut aufpassen, um nicht auszurutschen. Mittlerweile war die Sonne am Himmel erschienen und es wurde ziemlich heiß. So waren alle dankbar, als die Mittagspause an einem Bergbach geplant war. Nach einer leckeren Brotzeit schlüpften die Kinder eilig in die Badeanzüge und -hosen und stürzten sich begeistert in die Fluten. Der Fluß hatte an einigen Stellen eine kräftige Strömung und sie ließen sich begeistert durch die Fluten treiben. Doch wir hatten noch ein Stück Strecke vor uns, so dass die Pause nicht so lange dauern konnte, wie es die Kinder im Wasser ausgehalten hätten! Die letzte Etappe den Berg hinab führte uns durch ein ausgetrocknetes Flussbett, in dem viele vertrocknete Baumstämme standen. Als wir den verabredeten Parkplatz in Griesen erreichten, war es schon später Nachmittag und die Kinder verteilten sich erschöpft auf die Autos, um nach Hause gefahren zu werden.

4.Etappe

Unterammergau – Schloss Linderhof / Deutschland


Blick in das Graswangtal

Am 8. Oktober war es so weit. Nach mehreren anstrengenden Tagen auf dem Schulacker beim Pflügen und Säen folgte sogleich unsere nächste Wanderetappe. Sie soll uns über stolze 780 Höhenmeter und 11,5 Kilometer von Unterammergau bis zum Schloss Linderhof führen.

Einige fuhren mit dem Zug zu unserem Ausgangsort Unterammergau, andere kamen mit ihren Eltern im Auto. Nachdem wir uns am Bahnhof gesammelt hatten, marschierten wir sogleich bei sonnigem, ruhigen Herbstwetter los. Mit dabei waren 21 Kinder, sechs Mütter und ein Vater, allen voran natürlich noch Frau Czogalla-Peter.

Nach kurzem Warmgehen machten wir am Pürschling Parkplatz gleich eine Pause. Hier bekamen die tüchtigen Wanderer das Wanderrätsel für den heutigen Tag. Darin galt es sieben kniffelige Fragen zu beantworten, um am Ende des Wandertages ein Lösungswort herauszubekommen. Die meisten legten gleich los uns suchten auf den reichlich umherstehenden Wanderschildern nach Hinweisen. Als sich die erste Aufregung nun endlich legte, konnten wir die Wanderung beginnen. Nun führte uns der Weg gleich durch die einzigartige und spannende Schleifmühlklamm. Wir stiegen auf angelegten Stegen über tosende Wasserfälle hinweg und konnten wunderschöne Gumpen und interessant geschichtete Steine sehen.

Nach einer kleinen Rast folgte nun ein steileres Wegstück, welches die Kinder tüchtig und mit viel Freude meisterten. Es wurde gesungen, gerätselt und gereimt.
Bald kamen wir schon an der geschlossenen Langtal-Alm an, wo wir ausgiebig rasteten und unsere mitgebrachte Brotzeit verspeisten.

Danach ging es genauso tüchtig weiter. Bereits den höchsten Punkt der Etappe, das August-Schuster Haus, vor Augen, wanderten wir fröhlich, wenn auch in vielen Kleingruppen unserem Ziel entgegen. Immer wieder entdecken wir schönes und spannendes. Ein riesiger Fliegenpilz duckte sich frech neben unserem Weg im Gras. Überglücklich kamen wir nach 3,5 Stunden auf der Terrasse des Pürschling Hauses einer nach dem anderen an. Hier wurde nun gegessen, getrunken, gelacht und vor allem auch das Rätsel weiter gelöst. Bevor wir uns nun an den Abstieg ins Graswangtal machten, konnten wir auf unsere gesamten zurückgelegten Etappen schauen. In der Ferne ließ sich Huglfing und der Staffelsee erahnen. Vor uns, aber in beachtlichem Abstand die Hörnlegipfel und auch der heutige bereits erfolgreich gemeisterte Weg, war größtenteils zu sehen.

Ab hier war der Weg schmäler und zum Teil auch matschig. Wir gingen also in kleinen Gruppen im Gänsemarsch. Jedoch war es nicht immer einfach Anschluss zu halten. So kam es, dass eine Gruppe sich kurzzeitig auf einen anderen Pfad verirrt hatte. Mit etwas Geduld konnten die anderen, die den Verlust bald bemerkten, in schönem Waldgelände abwarten bis wir wieder vereint waren. Bei unserem südseitigen Abstieg Richtung Linderhof wärmte uns die Herbstsonne und zauberte goldene Farben in die Wälder. Wir konnten sogar schon erste Blicke auf unsere nächste Etappe erhaschen. Im Verlauf des langen Abstieges waren die Kinder tapfer und nach kurzen Pausen kam die Kraft zum (barfuß) Weiterlaufen immer wieder zurück. Der letzte Kilometer, schon ganz in Schlossnähe, war ein Geduldspiel. Trotzdem kamen wir glücklich und zufrieden, zwar mit etwas Verspätung um 16:00 Uhr auf dem Parkplatz an, wo schon einige Eltern warteten und in freudige Gesichter blicken konnten. Gemeinsam mit allen anwesenden begaben wir uns in den Abschlusskreis, Frau Czogalla-Peter überreichte und stempelte die Urkunden. Jeder tat wonach ihm war. Diejenigen, die ihre Schuhe noch anhatten, zogen sie spätestens hier aus und genossen ihre Breze nach getaner Wanderarbeit. Bereits hier hörte man die ersten Stimmen, die sich schon auf die nächste Etappe freuen….